Kristinas Schulzeit

PragMünchenRegensburg

Ich wurde als Italienerin in Prag geboren und verbrachte dort meine Kindheit und die ersten Schuljahre. Ich habe sogar noch das Foto vom ersten Schultag.

Prag-Gruppenfoto

Damals bestimmte der Wohnort, in welche Schule man ging. Meine Schule hieß Makarenkova, benannt nach der Straße, in der sie sich befand. Nach der "Samtenen Revolution" wurden viele Straßen umbenannt, und so heißt sie heute Jana Masaryka. Im damaligen Schulsystem gab es nur die neunjährige Nationalschule, bestehend aus Grundschule und mit einer, dem bayerischen Schulsystem vergleichbarer, Realschule. Als Fremdsprache war Russisch Pflicht.

Unser Umzug nach München fand im August statt, damit wir Kinder gleich nach den Ferien wieder in die Schule gehen konnten, obwohl wir kein Deutsch sprachen. Im Schulalltag lernten wir aber sehr schnell, deutsch zu sprechen. Vom Stoff her war das überhaupt kein Problem, da der Lehrplan viel einfacher war, als in Prag. Statt Russisch lernte ich nun zunächst Englisch und später dann Französisch.

Englischer-Garten

Wir wohnten mitten in Schwabing und ich ging sehr gerne auf die Ricarda-Huch-Realschule, damals eine reine M√§dchenschule. Im Sommer waren wir fast jeden Nachmittag im Englischen Garten. Hier haben wir auch unsere Hausaufgaben gemacht und gelernt. Es war eine schöne Zeit, an die ich gerne zurückdenke.

Nach der mittleren Reife wollte ich gerne noch das Abitur machen. Damit der Übergang aufs Gymnasium leichter fällt, ging ich ein Jahr lang in eine Übergangsklasse an der Salvator-Realschule.

Das Abitur machte ich 1974 am Willi-Graf-Gymnasium in Schwabing.
Heute kann man sich gar nicht mehr vorstellen, wie das war, eine Mathe- oder Physikarbeit ohne Taschenrechner zu schreiben, erlaubt war nur der Rechenschieber.

© Kristina Marino • Willich